Sharing is caring!

Zuletzt aktualisiert: Dezember 2025

Wintercamping ist nichts für Frostbeulen – aber für alle, die Natur, Ruhe und natürlich Schnee lieben. Die kalte Jahreszeit bringt so einige Herausforderungen mit sich, wie vereiste Straßen, frierende Wasserleitungen und einen hohen Heizbedarf. Mit der richtigen Vorbereitung wird dein Winterabenteuer aber trotzdem ein voller Erfolg.

Hier findest du die wichtigsten Tipps und Tricks für Wintercamping in Deutschland, den Alpen und – für alle, denen das noch nicht reicht – in Skandinavien.

Vorbereitung auf’s Campen im Winter: Ist dein Wohnmobil bereit?

Im Winter ist die Vorbereitung auf deinen Urlaub mit Wohnmobil noch wichtiger als im Sommer. Bevor es losgeht, solltest du checken, wie winterfest dein Wohnmobil oder Campervan wirklich ist.
Hier ein kurzer Überblick – auf die einzelnen Punkte gehen wir gleich noch genauer ein:

  • Hat dein Camper eine ausreichende Isolierung? (Fenster, Türen, Dachluken)
  • Ist die Heizung (Gas, Diesel oder Strom) stark genug, damit es drinnen auch bei Minustemperaturen warm wird?
  • Ist das Wassersystem deines Wohnmobils für Minustemperaturen geeignet? (frostgeschützte Tanks und Leitungen ODER Wasserversorgung im Innenraum)
  • Und Winterreifen sind sowieso Pflicht
Blick aus dem frostigen Camper-Fenster

Heizen im Camper: So wird es gemütlich

Wärme ist beim Wintercamping das A und O. Zum einen ist alles doof, wenn man dauerfriert und zum anderen ist Wärme auch für dein Fahrzeug gut.
Zum warm werden und warm bleiben, benötigst du zu allererst mal eine Heizung. Hierbei ist es egal, ob dein Wohnmobil eine Gas- oder Dieselstandheizung hat. Wichtig ist, dass sie ausreichend Leistung bringt und du auf den höheren Verbrauch im Winter eingestellt bist (heißt immer ausreichend Diesel im Tank bzw. immer mindesten eine Ersatz-Gasflasche zur Hand)

Stehst du auf einem Stellplatz mit Strom bietet sich zusätzlich ein Elektrischer Heizlüfter an. Zudem haben sich für ein kuschlig warme Winterzeit Warme Decken, Schlafsäcke, Merino-Unterwäsche und Kuschelsocken als Ergänzung bewährt.

Tipp: Die Wärme im Fahrzeug halten ist fast wichtiger als mehr zu heizen. Deswegen machen wir gleich mit dem nächsten Punkt weiter:

Dämmung & Isolation: Kälte draußen lassen, Wärme drinnen halten

Die richtige Isolierung entscheidet im Winter darüber, ob es so richtig gemütlich wird oder nicht. Hier sind ein paar wichtige Tipps, wie du die Wärme besser im Fahrzeug hältst:

Thermomatten und Thermovorhänge

Fenster – insbesondere die Frontscheibe – und auch der Fußraum des Fahrerhauses sind Bereiche über die viel Kälte ins Fahrzeug gelangt. Aus diesem Grund ist es wichtig diese Bereiche gut zu isolieren. Für Frontscheiben und Fenster gibt es verschiedene Thermomatten. Auch die Dachluken solltest du nicht vergessen – für diese gibt es ebenfalls isolierte Abdeckungen.

Für den Bereich des Fahrerraums kannst du auch einen Thermovorhang nutzen, der idealerweise bis zum Boden reicht. Dieser isoliert gegen Kälteeinstrahlung und Wärmeverlust im Bereich der Verglasung und des Armaturenbretts im Fahrerhaus.

Thermovorhänge sind auch eine sehr gute Lösung für Hecktüren von Campervans – Hier kann nämlich auch ordentlich Kälte rein ziehen. Für Kastenwagen sind außerdem Fußraumisolierungen erhältlich.

Verschiedenste Thermostaten und Vorhänge findest du hier bei Fritz Berger.*

Thermovorhang Hecktür
Thermovorhang Fahrerhaus

Weitere Maßnahmen

Wenn du Bereiche feststellst, an denen es etwas zieht, kannst du für diese kleine Zugluftstopper nutzen (z.B. an Türen). Gegen kalte Böden helfen Zusatzteppiche. Außerdem solltest du die Türdichtungen prüfen und ggfls erneuern.

Isolierung Aufstelldach VW-Bus

Für VW-Busse mit Aufstelldach gibt es verschiedene Dachhauben. Für moderate Temperaturen mag eine einfache Dachhaube* reichen, aber sobald es richtig winterlich ist, ist man mit einer passgenauen Außenisolierung* gut beraten . Am besten isoliert ist so ein Bus aber, wenn man das Dach geschlossen lässt – so machen wir es, wenn es draußen richtig kalt ist.

Wasser & Frostschutz

Gefrorene Leitungen sind einer der häufigsten Wintercamping-Notfälle. Auch wenn es tagsüber noch warm ist, kann es nachts schon frieren, was fatale Folgen für dein Wassersystem haben kann. (Wassertank und Leitungen könnten platzen) Sobald es kälter wird, ist es also wichtig die Temperaturen im Blick zu behalten und entsprechend zu handeln.

Hast du einen außenliegenden, nicht isolierten Wassertank, der nicht beheizbar ist, solltest du diesen komplett leeren sobald sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt nähern (beachte unbedingt die Nachttemperaturen!). Achte darauf, dass auch in den Leitungen kein Wasser mehr steht. Gleiches gilt für den Abwassertank.

Stattdessen kannst du dein Frischwasser im Innenraum lagern und das Abwasser direkt in einen Kanister leiten.

Viele Camper (und ich ^^) nutzen im Winter ausschließlich Kanistersysteme, um Frostproblemen aus dem Weg zu gehen.

Frostwächter

Evtl. hat dein Wohnmobil einen Frostwächter. Das ist super falls du selbst vergisst das Wasser rechtzeitig abzulassen. Ein Frostwächter überwacht die Umgebungstemperatur mit Hilfe eines Sensors. Fällt die Temperatur auf ca. 3 °C (oder niedriger) öffnet sich automatisch ein Ventil und das Wasser wird abgelassen ODER – falls vorhanden – kann er auch eine Heizung aktivieren, so dass das Einfrieren des Wassers im System auf diese Weise verhindert wird.

Wasseranlage richtig leeren

Je nachdem wie dein Wassersystem aufgebaut ist, kann es sein, dass es gar nicht so einfach ist, das komplette Wasser aus der Anlage zu entfernen. Hier hilft ein Aquadrainer*

Dieser ist super schnell angebracht und benötigt keine zusätzlichen Schellen oder Adapter. Ein Aquadrainer ist übrigens auch außerhalb der Wintersaison praktisch: Nach dem Sommerurlaub kann das Wassersystem damit komplett entleert werden, was die Bildung von Bakterien oder Algen in der Anlage verhindert.

Kurzum: Eine kleine Investition, die vor großem Schaden schützen kann

Aquadrainer
Aquadrainer

Kondenswasser vermeiden

Wenn warme Innenluft auf kalte Außenwände trifft, bildet sich Kondenswasser – und zwar mitunter so ordentlich, dass es tropft (was schlecht ist, da es zu Schimmelbildung führt). Kondenswasser lässt sich nie ganz vermeiden, aber es lässt sich begrenzen:

  • Mehrmals täglich stoßlüften
  • Schuhe und Jacken draußen oder in Boxen lagern
  • Trocknungsmöglichkeiten für nasse Kleidung schaffen (evtl. gibt es auf dem Campingplatz einen Trockenraum)
  • Luftentfeuchter* nutzen
  • Fenster – insbesondere die riesige Frontscheibe – abdichten (siehe Thema Isolation)

Küche & Kochen: Energie sparen, Dampf vermeiden

Im Winter entsteht durch Kochen besonders schnell Kondenswasser. Hier ein paar Tricks, um auch dabei das Kondenswasser im Fahrzeug möglichst gering zu halten:

  • Wenn möglich mit leicht geöffnetem Fenster kochen
  • Deckel auf Töpfen lassen
  • Feuchte Luft schnell entlüften
  • Simpel kochen, damit es schneller geht

Ein Campingplatz mit Aufenthaltsraum oder Küche ist im Winter eine willkommene Erleichterung.

Sicherheit auf der Straße: Fahren bei Schnee und Eis

Nicht zu vergessen: beim Wintercamping kann schon die Anreise ein kleines Abenteuer sein. Ein Camper fährt sich schwerer und träger als ein PKW. Bei winterlichen Straßen ist also Umsicht geboten und Vorsicht geht vor.

Wichtig:

  • Winterreifen sind Pflicht, Schneeketten oft empfohlen (kommt natürlich darauf an in welchen Regionen du unterwegs bist)
  • Langsam fahren, besonders bergauf und bergab
  • Große Abstände halten
  • Auf Nebenstraßen Acht geben – nicht überall wird gestreut
  • Wenn es zu doll schneit oder gar eisregnet: lieber einen Tag Pause einlegen

Nützliche Ausrüstung für’s Wintercamping mit Wohnmobil

Luftentfeuchter

Ein Luftentfeuchter hilft, Kondenswasser zu reduzieren, schützt vor Schimmelbildung und sorgt für ein angenehmes Raumklima – besonders wichtig beim Wintercamping. Eine Auswahl findest du hier.

Schneeketten

Wenn die Straßen glatt oder tief verschneit sind, geben Schneeketten deinem Camper den nötigen Grip. Sie erhöhen die Sicherheit enorm und sind in vielen Regionen sogar vorgeschrieben – ein unverzichtbarer Begleiter für Wintertouren.

Thermomatten

Thermomatten und Thermovorhänge halten die Kälte draußen und die Wärme drinnen – für Fenster, Fahrerhaus und sogar für’s gesamte Aufstelldach erhältlich. Hier findest du Thermomatten für alle Gelegenheiten.

Heizlüfter

Ein kompakter Heizlüfter sorgt im Wintercamping schnell für angenehme Temperaturen – ideal als Zusatzwärmequelle auf Stromplätzen. Er heizt effizient, verhindert klamme Luft und bringt im Handumdrehen wohlige Wärme in deinen Camper.

Starthilfe mit Powerbank

Nicht nur im Winter nützlich! Wenn die Kälte der Batterie zusetzt, ist die Starthilfe mit Powerbank ein echter Retter in der Not. Sie liefert zuverlässig den nötigen Kick für den Motor – ganz ohne fremde Hilfe. Kompakt und leicht.

Eiskratzer mit Besen

Ein Eiskratzer mit Besen ist der perfekte Begleiter im Winter. So ist das Wohnmobil im Handumdrehen von Eis und Schnee befreit.

Checkliste Wintercamping mit Wohnmobil – zum Download

Punkt für Punkt abhaken: Lade dir hier die Wintercamping-Checkliste direkt als PDF herunter.

Campingplätze im Winter

Viele Stell- und Campingplätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleiben im Winter geöffnet – manche sogar speziellf für’s Wintercamping.

Achte bei der Wahl auf Stromanschluss, beheizte Sanitäranlagen und evtl. einer extra Kochmöglichkeit.

Wenn du dir eine richtig schöne Zeit gönnen möchtest, halte Ausschau nach Campingplätzen mit Wellness-Bereich: Aus persönlicher Erfahrung kann ich hier den Campingplatz Holmerhof Dreiquellenbad empfehlen.

Freistehen kann in der schneereichen Jahreszeit komplizierter sein, weil du öfter Strom oder Wärme brauchst und natürlich darauf achten musst, dass du über Nacht nicht eingeschneit wirst.

Auf Campinginfo findest du tolle Wintercampingplätze und kannst, falls du möchtest, sie auch direkt buchen.

Skandinavien im Winter – Temperaturen bis -40 °C

Deutschland oder Alpenregionen sind schon winterlich – aber Skandinavien spielt in einer ganz anderen Liga.
Dort einige Zeit mit deinem Wohnmobil oder Campern im Winter zu verbringen, kann traumhaft sein. Es ist aber auch extrem anspruchsvoll und du solltest dich wirklich sorgfältig vorbereiten. Der folgende Abschnitt ist nur ein kurzer Einblick.

Während -10 °C hierzulande selten sind, gehören sie in Schweden, Finnland und Norwegen zum Alltag und es wird noch viel, viel kälter.
Daher reichen für diese Regionen die oben genannten Maßnahmen nicht aus. Du brauchst:

  • doppelte Isolierung
  • extrem leistungsfähige Heizung
  • frostfeste Tanks
  • Gasversorgung prüfen (Wie schaut es auf deiner Route aus? Benötigst du noch einen Adapter?)
  • prüfen, ob du einen Motorwärmer benötigst

Und ganz wichtig: Niemals die Handbremse anziehen – die ist bei solchen Temperaturen schnell festgefroren.

Schnee ist im Norden die Normalität, selbst auf Hauptstraßen. In Norwegen und Schweden sind Winterreifen Pflicht und Spikereifen teils empfohlen. Auf jeden Fall solltest du aber Schneeketten dabei haben!

Info: In Deutschland sind Spikereifen verboten, in z.B. Schweden sind sie vom 01. Oktober bis zum 15. April erlaubt (lokale Ausnahmen in Stockholm, Uppsala und Göteborg).

In Nordskandinavien wird es früh dunkel und es ist nur wenige Stunden oder gar nicht hell. Das bedeutet zwar unglaubliche Sternenhimmel und Polarlichter, aber auch mehr Energieverbrauch für Licht und Heizung, Solar kannst du fast vergessen und die Abende im Camper können wirklich sehr lang sein.

Spiele für lange Winterabende im Wohnmobil

Winterabende im Camper können echt richtig lang sein. Wenn du nicht dauernd einen Streaming Marathon einlegen möchtest, empfehle ich dir ein paar kompakte Spiele mitzunehmen. Unsere drei Favoriten sind derzeit:

Fazit Wintercamping: die richtige Vorbereitung macht’s

Mit einem gut isolierten Camper, der passenden Heizung und dem Bewusstsein, dass Winterwetter besondere Vorsicht verlangt, steht deinem winterlichen Campingabenteuer nichts im Weg.

Falls es dich allerdings schon beim Lesen fröstelt, kommt für dich vielleicht eher der Winter in Portugal oder sogar auf Zypern in Frage.

In jedem Fall

Allzeit gute Fahrt!

Das könnte auch interessant sein:

Sharing is caring!