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Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Ich bin mittlerweile seit über 10 Jahren mit dem VW Bus unterwegs, seit 2019 sogar dauerhaft. Zeit ein paar Einblicke in’s Solo Vanlife als Frau zu teilen. Genauso lang wie ich unterwegs bin ist natürlich auch mein Sohn mit an Bord.

Moment mal! … mit Kind!? Zählt das dann überhaupt als alleine als Frau mit dem Camper unterwegs sein? Ich finde schon, denn auch wenn ich mit meinem Sohn unterwegs bin, was zu 95% der Fall ist, bin ich diejenige, die fährt, den Stellplatz aussucht, Entscheidungen trifft und Probleme löst.

Gerade als er noch kleiner war, war das natürlich noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Ich war alleine mit Kind im Camper unterwegs und einfach zu 100% für alles allein verantwortlich. Heute sieht das schon ein bisschen anders aus. Mein Sohn ist mittlerweile größer als ich und geht unterwegs langsam als mein persönlicher Bodyguard durch. 😂

Die meiste Zeit bin ich also nicht mutterseelenallein unterwegs, aber halt doch die einzige Erwachsene an Bord.

Alleine mit dem VW-Bus unterwegs zu sein, ist für mich ganz selbstverständlich geworden. Trotzdem weiß ich, dass gerade Frauen beim Gedanken an Solo Vanlife oft erst einmal viele Fragen im Kopf haben: Ist das wirklich sicher? Was mache ich, wenn ich mich an einem Stellplatz unwohl fühle? Und was, wenn unterwegs etwas passiert?

Warum ich Solo Vanlife liebe

Für mich bedeutet alleine unterwegs zu sein vor allem Freiheit und Unabhängigkeit. Ich muss mich nach niemandem richten , kann spontan weiterfahren, bleiben, wo es mir gefällt, und meinen Alltag genau so gestalten, wie ich das möchte. Ich bin tatsächlich ein Mensch, der mit sich allein zufrieden ist.

Ist Solo Vanlife als Frau gefährlich?

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es, wie überall im Leben, auch unterwegs nicht. Das gilt nicht nur für Frauen und auch selbstverständlich nicht nur für das Vanlife. Wenn man alleine unterwegs ist, trägt man die Verantwortung für sich selbst und muss manche Situationen vielleicht etwas anders einschätzen als jemand, der mit mehreren Erwachsenen reist.

Insgesamt habe ich auf Reisen gemerkt, dass der Großteil der Menschen hilfsbereit und freundlich ist. Trotzdem bin ich manchmal eher zurückhaltend und “beobachte” eine Situation etwas genauer, bis ich auftaue.

Für mich bedeutet Sicherheit deshalb nicht, ständig misstrauisch zu sein oder nur noch auf bewachten Campingplätzen zu übernachten. Es bedeutet vielmehr, aufmerksam zu sein, die Umgebung wahrzunehmen und die eigenen Gefühle und die Intuition ernst zu nehmen.

Mein wichtigster Tipp: Hör auf dein Bauchgefühl

Wenn du allein unterwegs bist, bist du allein verantwortlich. Deswegen ist das, worauf du hören solltest dein Bauchgefühl. Du musst niemandem etwas beweisen. Wenn du für dich entscheidest, dass du erst einmal nur auf Campingplätzen übernachten möchtest, ist das völlig ok. Wenn du dich wohler fühlst, wenn du beim Freistehen, nicht ganz so weit weg von anderen stehst, go for it. Ich habe es schon öfter erlebt, dass allein reisende Frauen auf mich zukamen und gefragt haben, ob sie sich neben mich stellen dürfen, weil sie sich dann sicherer fühlen. Das stört mich wirklich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Ich finde es toll, wenn wir Frauen zusammen halten und uns gegenseitig stärken. 💪

Und ganz wichtig, wenn du irgendwo ankommst und du einfach kein gutes Gefühl hast, dich unwohl fühlst, dann fahr weiter. An so einem Ort hättest du vermutlich sowieso keine ruhige Nacht.

Wie ich meine Stellplätze auswähle

Ich bin mir nicht sicher, ob ich da der Mehrheit entspreche, aber ich fühle mich mitten in der Natur am sichersten. Ein Ort mitten im Wald ist mir lieber als ein Stellplatz mitten in einer Stadt. Zum Einen ist allein die Umgebung erholsamer (wer kann schon bei Straßenlärm entspannen und so richtig gut schlafen?) und zum Anderen ist meine Logik, dass da wo viele Menschen sind auch rein statistisch mehr schlechte Menschen sind. Dort, wo keine Menschen sind, kann auch nix passieren.

Deswegen hier meine Kriterien für Übernachtungsplätze:

  • gern mitten in der Natur
  • der Handyempfang sollte einigermaßen gut sein, denn ich arbeite online
  • In Städten wie Berlin oder Hamburg wähle ich fast immer bewachte Stellplätze – hier habe ich keine Angst um mich, sondern eher um meinen VW-Bus
  • Ein Wanderparkplatz mit 2 bis 3 Mitcampern ist mir lieber als ein Stellplatz mit 20 Wohnmobilen, die dicht an dicht stehen

Campingplatz oder Stellplatz statt Freistehen

Manchmal wird suggeriert, dass Freistehen das einzig Wahre ist und Campingplätze irgendwie die „schlimme“ Alternative sind. Dazu kann ich nur sagen: Nö! 😄 Es gibt mittlerweile wirklich richtig schöne und schnuckelige Campingplätze. Und spätestens wenn eine ausgiebige Dusche oder eine Waschmaschine nötig wird, freue ich mich auch mal wieder über ein bisschen Campingplatz-Komfort.

Aber auch ganz unabhängig davon ist ein Campingplatz für mich manchmal einfach die angenehmere Variante. Wenn ich müde bin und keine Lust habe, in einer vielleicht schwierigen Gegend ewig nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit zu suchen, fahre ich lieber direkt einen Campingplatz an. Gerade alleine unterwegs muss ich mir nicht unnötig Stress machen, nur um unbedingt irgendwo freistehen zu können.

Auch wenn ich zum ersten Mal mit dem Camper in einem neuen Land unterwegs bin, nutze ich anfangs gerne Campingplätze. So kann ich erst einmal in Ruhe ankommen, Land und Leute kennenlernen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie die Dinge vor Ort funktionieren. In einem neuen Land prasseln ohnehin schon unglaublich viele neue Eindrücke auf einen ein. Da tut es meinem Nervenkostüm manchmal einfach gut, wenn zumindest die Übernachtung unkompliziert ist. Eine Sorge weniger, sozusagen. 😄

Sicherheit im Camper

Vorab: Ich bin niemand, der sich unterwegs ständig verrückt macht. Und man darf sich ruhig einmal in Erinnerung rufen: Auch in Wohnungen wird eingebrochen. Vanlife ist also nicht automatisch gefährlicher, nur weil man in einem Fahrzeug schläft. Ein gewisses Grundmaß an Vorsicht finde ich trotzdem sinnvoll.

Ein paar Dinge sind mir deshalb wichtig.

Nummer 1 habe ich direkt beim Kauf von VW-Bus Paul umgesetzt: Ich habe ihn von außen ganz bewusst nicht besonders schick ausgestattet. Keine teuren Alufelgen, keine Sonderlackierung und noch nicht einmal lackierte Außenspiegel. 😄 Ich wollte von Anfang an, dass er für Autodiebe möglichst uninteressant und einfach nach einem ganz normalen Transporter aussieht. Natürlich ist das keine Garantie gegen einen Diebstahl, aber ich muss mein Auto ja auch nicht freiwillig zum besonders attraktiven Ziel machen.

Nummer 2: Bear-Lock. Ich habe eine mechanische Wegfahrsperre einbauen lassen. Dazu kommt die ganz normale Alarmanlage des Busses. Beides gibt mir einfach ein besseres Gefühl und macht es hoffentlich etwas schwieriger, Paul spontan zu klauen.

Für mich ebenfalls essentiell ist unser Gaswarner. Den habe ich allerdings nicht wegen der immer wieder erzählten Geschichten über angebliche Narkosegase im Camper. Diese Geschichten halte ich persönlich ohnehin für einen Mythos. Bei mir hat der Gaswarner einen ganz anderen Zweck: Ich schalte ihn vor allem nachts ein, wenn die Gas-Standheizung läuft. So habe ich eine zusätzliche Sicherheit, falls mit der Gasversorgung oder Verbrennung etwas nicht stimmen sollte.

Und wo wir schon bei möglichen Gefahren im Camper sind: Ein kleiner Feuerlöscher gehört für mich ebenfalls an Bord. Ich hoffe natürlich, dass ich ihn niemals brauche. Aber falls doch einmal etwas brennt, möchte ich nicht erst überlegen müssen, wo ich schnell einen herbekomme.

Ansonsten gilt für mich vieles, was auch außerhalb des Vanlife selbstverständlich sein sollte: Wertsachen nicht offen herumliegen lassen und das Fahrzeug nicht unnötig interessant machen. Gerade wenn man irgendwo unterwegs ist, muss die teure Kamera nun wirklich nicht gut sichtbar auf dem Beifahrersitz liegen.

Für den Fall der Fälle habe ich außerdem Kopien wichtiger Dokumente, eine Ersatzkreditkarte und etwas Notfall-Bargeld an einem sicheren Ort im Fahrzeug. Das klingt vielleicht erst einmal etwas paranoid, kann aber unglaublich hilfreich sein, wenn beispielsweise die Handtasche mitsamt Portemonnaie und Papieren gestohlen wurde. Dann steht man nicht komplett ohne Geld und Dokumente da. Wichtige Unterlagen habe ich zusätzlich digital gespeichert, sodass ich im Notfall auch von unterwegs darauf zugreifen kann.

Noch mehr Sicherheit im Camper?

Wer sich damit wohler fühlt, kann natürlich noch einiges mehr machen. Lenkradsperren, zusätzliche Fenstersicherungen oder weitere mechanische Sicherungen können den Diebstahlschutz erhöhen. Was davon sinnvoll ist, hängt meiner Meinung nach stark vom Fahrzeug, der eigenen Situation und vor allem vom persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.

Ich würde jedenfalls nicht versuchen, den Camper in eine fahrende Festung zu verwandeln. Für mich geht es eher darum, die einfachen Dinge zu erledigen, die mir ein gutes Gefühl geben, ohne mich unterwegs ständig mit der Frage zu beschäftigen, was alles passieren könnte. Denn ich möchte die Reise genießen und nicht nachts im Bulli Sicherheitswache schieben. 😅

Alleine unterwegs: Was, wenn etwas passiert?

Wie immer im Leben, kann auch beim Reisen mit dem Camper mal was schief gehen. Wenn es soweit ist, lautet meine Devise: Ruhe bewahren, Schock bekämpfen! Also erst einmal durchatmen und überlegen was zu tun ist.

Nach 8 Jahren Leben im VW-Bus hatte ich schon die ein oder andere ungünstige Situation, aber zum Glück noch nie etwas wirklich dramatisches.

Ich habe tatsächlich schon meinen einzigen Autoschlüssel verloren – am Strand auf Sizilien. Am Ende musste ein neuer Schlüssel aus Deutschland bestellt werden und wir haben ein paar Tage in einem hübschen Bed&Breakfast in Palermo gewohnt. Dazu gibt es hier meinen ausführlichen Beitrag. 

Ich habe mich bereits zweimal mit dem Bus festgefahren. Das erste Mal wenige Tage nachdem wir aus Deutschland gestartet sind. Nagut, 2 Mal in 8 Jahren ist nicht so richtig oft, aber es ist doch irgendwie immer etwas unpraktisch. 🤣 Wir hatten aber jedes Mal riesiges Glück, dass in der Nähe super nette andere Camper waren, die uns geholfen haben wieder aus der Misere zu kommen.

Einmal bin ich tatsächlich kopfüber aus dem Aufstelldach gesegelt. Frag nicht wie ich das geschafft hä, ich weiß es selber nicht genau. Natürlich ist das an einem Ort passiert, wo es weit und breit nicht einmal eine Apotheke gab (nämlich auf einer kleinen Insel der Åland Inseln) Resultat war jedenfalls eine ordentliche Schramme auf der Stirn, die ich mit Steristrips* flicken konnte. Steristrips sind ein Essential als Jungs-Mama – ich hätte nicht gedacht, dass ich die mal für mich selbst brauche.

Was ich für den Notfall dabeihabe

Kommen wir also zu meiner Notfallausrüstung.

Ganz wichtig das Erste Hilfe Set. Das ist bei mir nicht besonders umfangreich. Die wichtigsten Sachen sind: die bewährten Steristrips*, Verbandmaterial, Heftpflaster, Schmerztabletten, Schmerzgel* und Fenistil.

Super nützlich ist außerdem unser Heat It* gegen das fiese Jucken bei Mückenstichen. (Wobei das natürlich nicht wirklich unter Notfall zählt.)

Die Notfallausrüstung für VW-Bus Paul ist ebenfalls überschaubar. Ich bin mit dem ADAC-Schutz unterwegs. Ich habe damit einfach ein gutes Gefühl, weil ich weiß, dass ich im Notfall jemanden anrufen kann und Hilfe bekomme. Beim Schlüsselverlust auf Sizilien hat der ADAC z.B. das Abschleppen übernommen. Ich habe außerdem ein Starthilfekabel dabei und das obligatorische Reifen-Pannenset (bei einer Reifenpanne würde ich aber auch eher den ADAC anrufen.).

Was ich außerdem wichtig finde, ist es einen ausreichenden finanziellen Puffer für’s Fahrzeug zurück zu legen, falls doch mal eine unvorhergesehene Reparatur ansteht.

Mein Fazit: Alleine unterwegs zu sein bedeutet nicht, alles alleine schaffen zu müssen. Ich muss weder eine Automechanikerin sein noch jedes Problem selbst beheben können. 

Was ich beim Solo Vanlife als Frau gelernt habe

Mein allerwichtigstes Learning:  Es gibt da draußen soooo viele hilfsbereite Menschen. Ob ich mich festgefahren habe oder wir spontan eine Unterkunft in Palermo brauchten, es waren immer wieder Menschen da, die spontan geholfen haben. Mein Vertrauen in die Menschheit ist durch das Reisen tatsächlich größer geworden.

Ganz wichtig: Ich muss nicht alles können und nicht jede Situation im Griff haben, um alleine mit dem Camper unterwegs zu sein. Ich darf Hilfe annehmen, Pläne ändern und auch mal einen Umweg fahren.

Meine Tipps für Frauen, die alleine mit dem Camper losfahren möchten

Du möchtest alleine mit dem Camper los, bist aber noch unsicher, ob du dich das wirklich traust? Dann kann ich dir aus meinen eigenen Erfahrungen sagen: Du musst nicht von Anfang an alles können und dich auch nicht bei jeder Situation vollkommen sicher fühlen. Vieles kommt mit der Zeit. Und du wirst vermutlich überrascht sein, was du dir unterwegs alles zutraust. 

Ein paar Dinge haben mir das Reisen alleine deutlich leichter gemacht:

1. Fang klein an und taste dich langsam heran

Du musst nicht gleich für mehrere Wochen ins Ausland fahren oder mitten im Nirgendwo freistehen. Starte doch erst einmal mit einer Übernachtung in der Nähe oder einem kleinen Wochenendtrip. So kannst du in Ruhe herausfinden, wie du dich alleine in deinem Campern oder Wohnmobil fühlst, was dir wichtig ist und was du vielleicht noch brauchst.

Mit jeder Tour kommt ein bisschen mehr Erfahrung dazu. Und wenn du dich beim ersten Mal noch nicht 100% wohlfühlst, ist das völlig in Ordnung.

2. Hör auf dein Bauchgefühl

Wenn mir ein Stellplatz nicht gefällt oder ich mich irgendwo unwohlfühle, fahre ich weiter. Ganz einfach. Ich muss nicht bleiben, nur weil ich den Platz vorher ausgesucht habe oder keine Lust habe, noch einmal loszufahren. Um dann nicht im Dunkeln einen neuen Platz suchen zu müssen, achte insbesondere anfangs darauf, dass du nicht zu spät ankommst, sondern dann, wenn es noch eine Weile hell ist.

Und ganz wichtig: Du musst niemandem beweisen, wie mutig du bist. Wenn du lieber auf einen Campingplatz fährst, dann mach das. Dein Sicherheitsgefühl ist wichtiger als irgendeine Vorstellung davon, wie “echtes Vanlife” auszusehen hat.

3. Plane nicht alles bis ins kleinste Detail, aber hab einen Plan B

Ich liebe die Freiheit, spontan zu entscheiden, wo es als Nächstes hingeht. Trotzdem finde ich es gerade beim Alleinreisen hilfreich, zumindest eine grobe Vorstellung davon zu haben, wo ich übernachten könnte.

Wenn ein Stellplatz nicht passt oder ich später ankomme als gedacht, ist es entspannter, schon eine Alternative im Hinterkopf zu haben. Das erspart unnötigen Stress, besonders wenn man müde ist oder sich in einer Gegend noch nicht auskennt.

4. Mach dich mit deinem Camper vertraut

Du musst keine Automechanikerin sein, um alleine loszufahren. Aber es hilft enorm, wenn du dein Fahrzeug kennst und weißt, wo sich die wichtigsten Dinge befinden.

Wie funktioniert die Heizung? Wo sind die Sicherungen? Was machst du, wenn die Batterie leer ist oder der Bus nicht anspringt? Und wen kannst du im Pannenfall anrufen?

Ich bin beispielsweise Mitglied beim ADAC. Und ich habe unterwegs auch schon Hilfe gebraucht. Das ist völlig okay. Du musst nicht jedes Problem selbst lösen können. Es reicht oft, zu wissen, wie du dir Hilfe organisierst.

5. Nimm Sicherheit ernst, ohne dir ständig Angst zu machen

Natürlich solltest du ein paar grundlegende Dinge beachten: Lass keine Wertsachen offen herumliegen, sichere deinen Camper vernünftig und überlege dir, wo du dich zum Schlafen wohlfühlst.

Überlege dir, welche Sicherheitsmaßnahmen zu deinem Fahrzeug und deiner Reise passen. Und wenn du dich an einem Ort nicht wohlfühlst, darfst du jederzeit wieder fahren.

6. Denk daran, dass du nicht wirklich auf dich allein gestellt bist

Das ist etwas, das ich unterwegs immer wieder erlebt habe. Die Menschen sind unglaublich hilfsbereit.

Natürlich sollte man sich nicht blind darauf verlassen, dass immer jemand zur Stelle ist. Trotzdem finde ich es schön, sich bewusst zu machen, dass man unterwegs nicht automatisch allein gelassen wird, nur weil man alleine reist.

7. Du musst nicht ständig alleine sein

Alleine reisen bedeutet nicht, dass du dich von anderen Menschen abschotten musst. Wenn du gerne Kontakt hast, kommst du auf Campingplätzen oder Stellplätzen oft ganz unkompliziert mit anderen Campern ins Gespräch.

Und wenn du lieber deine Ruhe hast, ist das ebenso in Ordnung. Du entscheidest, wann du Gesellschaft möchtest und wann du lieber dein eigenes Ding machst.

8. Lass dich nicht von den Erfahrungen anderer verunsichern

Im Internet liest man schnell von gefährlichen Situationen, Überfällen oder anderen unschönen Erlebnissen. Solche Erfahrungen gibt es, und man sollte sie auch nicht einfach wegwischen. Aber sie sind eben nicht die ganze Geschichte.

Genauso gibt es unzählige schöne Reisen, hilfsbereite Menschen und Frauen, die alleine mit dem Camper unterwegs sind und ihre Freiheit genießen.

Informiere dich, lerne aus den Erfahrungen anderer und überlege, was davon für dich sinnvoll ist. Aber lass dich nicht von jeder Horrorgeschichte davon abhalten, deine eigenen Erfahrungen zu machen.

9. Trau dir zu, Dinge auch unterwegs zu lernen

Du weißt noch nicht genau, wie du den besten Stellplatz findest? Du bist unsicher beim Freistehen? Oder du hast Angst, mit einem Problem am Camper nicht zurechtzukommen?

Das ist kein Grund, zu Hause zu bleiben. Niemand startet mit jahrelanger Erfahrung. Vieles lernst du erst unterwegs, Schritt für Schritt.

10. Mach es so, wie es zu dir passt

Du musst nicht freistehen, nur weil andere das als das einzig wahre Vanlife ansehen. Du musst nicht wochenlang alleine reisen, wenn dir erst einmal ein Wochenende reicht. Und du musst auch nicht besonders abenteuerlustig sein, um mit dem Wohnmobil loszufahren.

Vielleicht liebst du Campingplätze, vielleicht suchst du die Ruhe abgelegener Orte. Vielleicht reist du komplett allein, vielleicht ist dein Kind dabei, so wie bei mir.

Es gibt kein richtig oder falsch. Du darfst deinen eigenen Weg finden und jederzeit ändern, was für dich nicht mehr passt.

Mein wichtigster Tipp zum Schluss: Warte nicht darauf, dass du irgendwann überhaupt keine Zweifel mehr hast. Ein bisschen Respekt vor dem Unbekannten ist völlig normal. Fang mit einer Reise an, die sich für dich gut anfühlt, und sammle deine eigenen Erfahrungen. 

Solo Vanlife als Frau: Mein Fazit

Mein Fazit nach 8 Jahren Vollzeit-Vanlife als Frau!? Es läuft nicht immer reibungslos, aber es läuft. Eben wie im “richtigen Leben”. ;P

Falls du selbst darüber nachdenkst, alleine mit dem Camper loszufahren, möchte ich dir vor allem eines mitgeben: Du musst weder besonders mutig sein noch alles können. Du musst nicht sofort freistehen, dich mit jeder Panne selbst auskennen oder wochenlang alleine durch die Welt reisen. Fang so an, wie es sich für dich gut anfühlt, und finde deinen eigenen Weg.

Solo Vanlife bedeutet für mich nicht, alles alleine schaffen zu müssen. Es bedeutet, selbst entscheiden zu können, wohin die Reise geht. Und genau diese Freiheit möchte ich nicht mehr missen.

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