Städtereisen

Weihnachten in Lissabon

Lissabon zu Weihnachten – ist das eine gute Idee? Ist überhaupt etwas los? Wie ist das Wetter im Dezember? Lohnt sich das überhaupt? Die letzte Frage lässt sich leicht beantworten: Ja! Das lohnt sich definitiv – schon wegen der großartigen Weihnachtsbeleuchtung. Ich habe es gewagt über Weihnachten ganz allein nach Lissabon zu fliegen – eine tolle Erfahrung!

 

Los geht’s..

Die Reaktionen, wenn ich von meinem Plan erzählt habe nach Lissabon zu fliegen – ALLEIN – und über WEIHNACHTEN!!! waren… nunja… verhalten. Die meisten schauten mich ungläubig an und waren sichtlich irritiert. Einige fanden es dann aber doch “cool”.

Mein Sohn verbrachte Weihnachten dieses Jahr bei seinem Papa – warum also die Zeit nicht nutzen, um noch ein bisschen Sonne zu tanken!? Eben! Gebucht habe ich den Flug und mein Airbnb Apartment bereits ein paar Wochen vorher (Ende Oktober, wenn ich mich richtig erinnere) Das war auch gut so, denn die Flugpreise sind nochmal ordentlich in die Höhe geschossen.

 

Wie ist es nun also Weihnachten ganz allein in Lissabon?

Über die Weihnachtstage, vom 24. bis 26. Dezember, ist die Stadt ziemlich ruhig. Man kann also gemütlich durch die Straßen schlendern, sich an das Ufer des Tejo setzen und einfach die Ruhe, die Sonne und am Abend die traumhafte Weihnachtsbeleuchtung genießen! Die Temperaturen lagen die ganze Zeit bei ca. 15 Grad und es gab kaum eine Wolke am Himmel. Der ruhigste Tag in der Stadt war der 25. Dezember, der 2016 auch noch auf einen Sonntag fiel. Es war also definitiv nicht verwunderlich, dass die Geschäfte und auch die meisten Restaurants geschlossen blieben.

Ich habe den Sonntag genutzt, um mir die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen und durch die Stadt zu laufen. Am Morgen läutete eine Kirche mit ihren Glocken die Melodie von O Tannenbaum. Ich wusste gar nicht, dass so etwas geht – auf jeden Fall ein toller Moment! Ich bin unter anderem auch zwei schöne Aussichtspunkte angelaufen: Miradouro de Santa Lucia und Miradouro da Santa Catarina. Von beiden hat man einen tollen Blick über die Stadt.

Als schwierig gestaltete sich an diesem Tag die Suche nach etwas Essbarem. Gefühlt hatte an diesem Tag wirklich alles geschlossen – außer ein überteuertes italienisches Restaurant. Schließlich bin ich neben dem Fähr-Terminal Cais Do Sodre fündig geworden. Dort gibt es einen kleinen Imbiss mit einem wirklich köstlichen Bifana für grandiose 1,80. Wer es nicht kennt: Bifana ist ein Brötchen mit Fleisch, etwas zwiebeliger Soße, Käse und in diesem Fall Schinken. Einfach und lecker!

 

Mit der Fähre auf die andere Seite des Flusses Tejo

Während meines Aufenthaltes habe ich außerdem zweimal die Fähre über den Tejo genutzt. Zuerst bin ich nach Barreiro gefahren. (Einfache Fahrt 2,30 Euro) Allerdings erschien es mir dort bei Ankunft so trostlos, dass ich direkt wieder zurück gefahren bin. Ich würde diese Tour also nicht unbedingt empfehlen. Die Überfahrt an sich war schön, einfach weil ich gern auf dem Wasser bin und man einen tollen Blick auf Lissabon hatte. Allerdings konnte man bei den Fähren nicht draußen stehen und sie sind doch schon deutlich in die Jahre gekommen.

Meine zweite Tour auf die andere Seite des Tejo führte mich nach Cacilhas. (Einfache Fahrt 1,20 Euro) Hier sah es schon etwas besser aus und im Sommer ist es hier sicher ziemlich voll. Direkt am Hafen gibt es eine Tram-Haltestelle. Ich habe allerdings – wie meistens – den Fußweg bergauf Richtung Almada gewählt (ja, ich laufe wirklich gern :)) Dicht am Hafen gibt es einige Restaurants. Ich hatte zwar Hunger, aber keinen Appetit auf Fisch, obwohl alle Restaurants wirklich tolle Fischgerichte anbieten.

 

Hunger!!!

Nachdem ich etwas durch die sehr leeren Straßen gelaufen bin, bin ich schließlich an einer Ecke der Haltestelle Gil Vicente in einer Mischung aus Café und Restaurant gelandet. Am Tresen stand eine Frau und löffelte eine Suppe. Das wäre doch jetzt was, denke ich mir und werde im selben Augenblick von der netten Bedienung hinter der Theke angesprochen.

Ich schaffe es der Bedienung irgendwie klar zu machen, dass ich das möchte, was die Dame hat. Ob ich am Tisch sitzen oder direkt hier am Tresen essen möchte? Spontan entscheide ich, dass ich es genau wie die Frau machen und direkt hier im Stehen essen werde. Ich weiß nicht, was das für eine Suppe ist. Eventuell eine dünne Kartoffelsuppe – drinnen schwimmen grüne Blätter. Vielleicht Spinat? Keine Ahnung; aber sie schmeckt hervorragend. Dann muss ich bezahlen und bin wirklich gespannt… und werde mehr als überrascht. 80 Cent! Wahnsinn! Da nehme ich zum Nachtisch gleich noch eine süße Leckerei mit, die ich dann am Hafen mit Blick auf Lissabon esse.

Cristo Rei zu Fuß?

Das Vorhaben zur Cristo Rei Statue zu laufen, habe ich übrigens abgebrochen. Beim Ausstieg aus der Fähre war diese so verheißungsvoll ausgeschildert, dass ich dachte, dass es dann ja nicht so weit sein könne. Ich habe mich geirrt! Ich folgte brav den Hinweisschildern – hatte aber das Gefühl, dass diese kreuz und quer führen und landete irgendwann in einer wirklich gruseligen Gasse. Das war der Moment, in dem ich mein GPS am Handy eingeschaltet habe..  nunja, von dort sollten es dann noch 7 km sein (ich war bereits eine Weile unterwegs!) Merke: beim nächsten Mal den Bus nehmen! 🙂

 

Alfama

Mein Apartment befand sich in Alfama – mit Blick auf den Tejo. Alfama ist einer der ältesten Stadtteile Lissabons mit vielen engen, bunten Gassen und jeder Menge Fado-Restaurants. Ich habe es leider nicht geschafft einen Fado-Abend einzulegen. Es lohnt sich hier aber sowohl tagsüber als auch am Abend durch die Straße zu schlendern. Hier einfach noch ein paar Fotos von diesem schönen Teil der Stadt..

Wenn du auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft mitten im Alltagsleben von Lissabon bist, kann ich übrigens empfehlen neben Airbnb auch einmal bei wimdu vorbeizuschauen – das ist sozusagen die deutsche Alternative zu Airbnb. Hier findet man oft noch ein tolles Schnäppchen. Zu den Ferienwohnungen und Apartments von wimdu in Lissabon geht es hier entlang.*

Als der Abreisetag kam, wäre ich gern einfach noch länger geblieben. Die Sonne und das Feeling der Stadt taten wirklich gut. Bei mir stellte sich auch kein Weihnachtsblues oder ähnliches ein. Ganz im Gegenteil: Ich bin froh, dass ich die Tage so gut nutzen konnte, um meinen Akku aufzuladen.

Ich kann Lissabon an Weihnachten also wirklich empfehlen – es muss ja nicht gleich ganz allein sein. 😉 Tatsächlich habe ich auch einige Familien gesehen, die in Lissabon warme und entspannte Weihnachtstage verbracht haben.

PS: Einige Erfahrungen über das Nachtleben von Lissabon – speziell zum Wild Pub Crawl – findest du hier.

 

 

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